DAS HAUSGELD

Was erwartet Sie hier?

Was bedeutet Hausgeld?

Wer sich zum ersten Mal eine Eigentumswohnung kauft, und diese entweder selbst bewohnt oder diese vermietet, wird sich mit dem Thema Hausgeld auseinandersetzen müssen. 

Was bedeutet Hausgeld? Jede Immobilie, ob Eigenheim, Eigentumswohnung oder Miethaus bzw. Mietwohnung, kostet im Unterhalt Geld und dieses muss der Mieter bzw. der Eigentümer aufbringen. 

Gibt es bei Mietwohnungen die Kaltmiete sowie die Warmmiete, wobei sich letztere als Kaltmiete plus Nebenkosten versteht, muss der Besitzer einer Eigentumswohnung natürlich gegenüber der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) nur die Nebenkosten (plus Beiträge zur Instandhaltungsrücklage) entrichten. 

Diese Kosten bezeichnet man als Hausgeld oder Wohngeld

Doch wie ist das Hausgeld genau zusammengesetzt, von welcher Höhe muss man ausgehen und ist das Hausgeld umlagefähig?

Jeder Besitzer einer Eigentumswohnung muss Hausgeldzahlungen leisten. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Hausgeld: Bedeutet das monatliche oder jährliche Zahlungen?

Das Hausgeld wird monatlich bezahlt und es handelt sich dabei um einen anteiligen Vorschuss auf die jährlichen Kosten der Wohnungseigentümergemeinschaft für den Betrieb der Immobilie.

Hausgeld wird grundsätzlich monatlich gezahlt und zwar im Voraus.

 Es handelt sich um Vorschusszahlungen, die sich an dem in einer Eigentümerversammlung genehmigten Wirtschaftsplan ausrichten.

Gemäß dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) bedeutet dies, dass der Wirtschaftsplan die folgenden Bestandteile beinhaltet:

Das Hausgeld setzt sich dabei aus den Punkten 2 und 3 zusammen, also kurz gefasst, aus den laufenden Kosten der WEG plus der Instandhaltungsrücklage, die angespart wird, um größere Vorhaben aus dem Bereich der Instandhaltung begleichen zu können. Da es sich um Vorauszahlungen handelt, ist es auch klar, dass diese monatlich zu überweisen sind.

Empfänger ist die Hausverwaltung bzw. eigentlich die WEG, denn zu einer ordnungsgemäßen Verwaltung gehört ein offenes WEG-Konto (WEG-Eigenkonto), das auf den Namen der WEG eingerichtet ist. 

Man kann das Hausgeld also letztendlich auch mit den Abschlagzahlungen, wie man sie beispielsweise von den Energieanbietern her kennt, vergleichen.

Was beinhaltet das Hausgeld für eine Eigentumswohnung?

Das Hausgeld für eine Eigentumswohnung setzt sich immer aus mehreren Positionen zusammen, die dem gültigen Wirtschaftsplan der
 Wohnungseigentümergemeinschaft zu entnehmen sind.

Grundsätzlich erhalten Sie als Besitzer einer Eigentumswohnung natürlich von der Hausverwaltung ein Schreiben, mit denen Ihnen die Höhe des Hausgeldes sowie die entsprechenden Kontodaten mitgeteilt werden. Zahlen Sie Hausgeld, bedeutet dies, dass Sie Ihrer wesentlichen Pflicht als Miteigentümer einer WEG nachkommen.

Bestandteile des Hausgeldes

Bei allen Bestandteilen des Hausgeldes handelt es sich um Kosten, die für das Gemeinschaftseigentum entstehen. Den Strom für Ihre Wohnung bzw. für Ihr Sondereigentum und sonstige Kosten, die Sie persönlich verursachen, müssen Sie natürlich selbst bezahlen. Dazu gehören ebenso Reparaturen wie die Heizung, sofern die WEG über keine Zentralheizung verfügt.

Aufgrund der unterschiedlichen Betriebskosten und der Miteigentumsanteile laut Teilungserklärung ist das Hausgeld immer eine sehr individuelle Sache. Zudem unterliegt das Hausgeld von Jahr zu Jahr Schwankungen, die von öffentlichen Gebühren, Dienstleistungsverträgen und der Höhe der beschlossenen Zuführung zur Instandhaltungsrücklage abhängen. Gehen die Hausgeldkosten von Jahr zu Jahr deutlich in die Höhe, sollten Sie trotzdem ganz genau hinschauen! Durchschnittliche Werte für das Hausgeld dürften derzeit zwischen € 3,00 und € 4,00 pro Quadratmeter liegen, was jedoch nur ganz grob zur Abschätzung dienen kann.

Die Kosten für die Abfallentsorgung gehören zu den klassischen Bestandteilen des Hausgeldes.

Je kostenintensiver die Unterhaltung des Gemeinschaftseigentums ist, umso teurer fällt anteilig auch das Hausgeld an. 

Immobilien mit Hausmeister, Aufzügen, umfangreichen Gemeinschaftsgaragen sowie Saunen oder gar Swimmingpools haben für die Eigentümer in der Regel deutlich höhere Hausgeldzahlungen zur Folge.

Bevor Sie sich für den Kauf einer Eigentumswohnung entscheiden, sollten Sie also immer den Faktor Hausgeld in Ihre Kaufentscheidung miteinbeziehen. 

Dies gilt auch dann, wenn Sie die Wohnung vermieten möchten, denn Wohnungen mit unverhältnismäßig hohen Mietnebenkosten sind bei Mietern nicht unbedingt beliebt. Es gibt sogar Fälle, in denen das Hausgeld einer Eigentumswohnung teurer als die Warmmiete einer vergleichbaren Wohnung ist. In einem solchen Fall sollte man sich gut überlegen, ob man sich in eine solche Wohnungseigentümergemeinschaft einkaufen möchte!

Diese Infografik zeigt unter anderem, was das Hausgeld bedeutet und wie es sich in einer typischen WEG zusammensetzen kann. Positionen wie „Gartenpflege“ oder „Heizkosten“ treffen natürlich nur auf bestimmte WEGs zu. So verfügt nicht jede Gemeinschaftsimmobilie über einen Gartenanlage oder über eine zentrale Heizung. Häufig anzutreffen sind WEGs mit Etagenheizungen, sodass die Eigentümer die Heizkosten selbst an den Energieversorger entrichten. 

Zum Vergößern der Infografik können Sie hier oder auf das Bild klicken.

Wie wird das Hausgeld für Ihre Eigentumswohnung bestimmt?

Das Hausgeld für Ihre Eigentumswohnung erschließt sich aus den Miteigentumsanteilen, die Sie mit dem Kauf der Wohnung erworben haben.

Nicht jede Liegenschaft verfügt über Eigentumswohnungen gleicher Größe, sodass sich die Frage stellt, welcher Eigentümer, welche Kosten für das Gemeinschaftseigentum zu tragen hat. Somit muss in der Folge auch das Hausgeld mit der Wohnungsgröße variieren. 

Wenn man eine Eigentumswohnung kauft, erwirbt man vielmehr Miteigentumsanteile (MEA) sowie das Nutzungsrecht am Sondereigentum, also an einer Wohnung.

 Die Immobilie einer Wohnungseigentümergemeinschaft hat eine feste Anzahl an Miteigentumsanteilen, die auf die einzelnen Wohnungen – je nach Größe – verteilt werden. Dazu werden ebenso Faktoren wie ein möglicher Tiefgaragenstellplatz berücksichtigt.

Die Miteigentumsanteile werden immer mit der Teilungserklärung festgelegt.

Die Summe aller Miteigentumsanteile beträgt dabei immer eine gerade Zahl wie beispielsweise 100, 1.000, 10.000 oder 100.000.

Haben Sie in etwa 1.750 MEA von 10.000 MEA, müssen Sie sich mit Ihrem Hausgeld an 1.750 MEA / 10.000 MEA = 17,5 % der Ausgaben der WEG gemäß Wirtschaftsplan beteiligen.

Das Hausgeld wird abgerechnet: Die Jahresabrechnung

Da es sich beim Hausgeld um Vorauszahlungen  handelt und die Kosten für ein kommendes Wirtschaftsjahr durch die Hausverwaltung nur abgeschätzt werden können, sind in der Regel Nachzahlungen oder Rückerstattungen erforderlich.

Die Verwaltung zieht dazu den Wirtschaftsplan sowie die tatsächlichen Kosten heran und verrechnet diese miteinander. Eine solche Abrechnung, die auch unter der Bezeichnung Hausgeldabrechnung bekannt ist, erhält jeder Eigentümer für sein Sondereigentum bzw. für seine Miteigentumsanteile.

Der Abrechnungszeitraum beträgt normalerweise ein ganzes Kalenderjahr, beginnend mit dem 1. Januar und endend mit dem 31. Dezember.

Sind die Guthaben oder Forderungen recht hoch, kann eine Anpassung des Wirtschaftsplans für die nächste Abrechnungsperiode angezeigt sein.

Vermieten Sie Ihre Eigentumswohnung, müssen sich die umlagefähigen Positionen aus der Jahresabrechnung natürlich in der Mietkostenabrechnung wiederfinden. Mögliche Guthaben sind auszubezahlen, während Forderungen durch den Mieter an Sie zu entrichten sind.

Bei allen Bestandteilen des Hausgeldes handelt es sich um Kosten, die für das Gemeinschaftseigentum entstehen. Den Strom für Ihre Wohnung bzw. für Ihr Sondereigentum und sonstige Kosten, die Sie persönlich verursachen, müssen Sie natürlich selbst bezahlen. Dazu gehören ebenso Reparaturen wie die Heizung, sofern die WEG über keine Zentralheizung verfügt.